PolitikWirtschaft und Tourismus

Bräustüberl neben dem Kino

Ein Kommentar von Prof. Dr. Thomas Jäger

Thomas Jäger

Lassen Sie uns kurz über die Vergangenheit sprechen. Wenn ich mit meiner Frau, die aus Kahl stammt, im Ort spazieren gehe, deutet sie immer mal wieder auf ein Haus und sagt: „Hier war das Schuhhaus Rössel drin.“ Und später dann: „Dort war die Drogerie Koch.“

Vielleicht können Sie sich auch noch an das Schuhhaus Kammerlander, die Schreibwaren und Zeitschriften bei Lotte Trageser, den Juwelier Hein, das Kaufhaus Baumann, Schreibwaren Sauerwein, das Frischeparadies, LirumLarum, und den Bioladen Jordan, in dem dann später der Dog Point war, erinnern. Oder an das Bräustüberl, neben dem das Lichtspielhaus Zeiger war. Jaja, Kahl hatte mal zwei Kinos. Aber nochmal zum Bräustüberl: noch heute wird vom den Hamburgern geschwärmt, mit denen eine ganze Generation aufwuchs.

Wer Kahl aus der damaligen Zeit nicht kennt, wird sich angesichts der gegenwärtigen Lage wundern, wie viele Geschäfte es hier früher gab. Nun gut, die Zeiten ändern sich und es gab in der Nahversorgung und Arbeitswelt in den letzten zwanzig Jahren einen deutlichen Strukturwandel. Aber nicht überall wurde er so nachlässig gemanagt wie in Kahl. Ich berichte Ihnen von einem Gespräch.

Als ein Geschäft vor kurzem von Kahl  nach Alzenau zog, wollte ich wissen, warum. Denn eigentlich war die Lage in Kahl gut, gerade wenn man das Geschäft anfahren wollte. Aber hier, so wurde mir gesagt, interessiert sich einfach niemand für den Einzelhandel. In Alzenau hingegen sei er mit offenen Armen empfangen worden. Der Bürgermeister habe ihn angerufen und gefragt, wie man ihn unterstützen könne. Die Stadt habe direkt dabei geholfen, sein Geschäft dort bekannt zu machen. Alzenau top, Kahl ein Flop.

So hat sich die Lage gewandelt: Fuhr man früher von Alzenau nach Kahl, um etwas zu erleben, ist es heute umgedreht. Alzenau hat eine Riesenentwicklung gemacht, Kahl fällt jeden Tag zurück. Uns kann das doch nicht egal sein. Die Gemeinde muss viel mehr unternehmen, dass sich Geschäfte ansiedeln und sich die Bürger auf den Straßen Kahls wohlfühlen. 

Dem Gemeinderat ist das scheinbar egal. Er hat die Entwicklung Kahls in den letzten Jahren nicht vorangebracht. Wie heute jeder sehen kann. Der Einzelhandel macht einen großen Bogen um Kahl – und das obwohl der Ort wächst. Das Ergebnis: In Kahl fehlt eine ausgewogene Einzelhandelsstruktur. 

Um Kahl wieder nach vorne zu bringen, braucht es neue Ideen, neue Personen und frischen Wind im Gemeinderat. Wir werden das angehen. Deshalb ist Aktiv für Kahl Gut für Kahl – und gut für Sie. 

Thomas Jäger, Aktiv für Kahl