Rettet den Weinstand!!

Ein Kommentar von Prof. Dr. Thomas Jäger

Thomas Jäger

In den letzten Jahren hatte für viele von uns der Mittwochnachmittag einen festen Platz: den Dorfplatz. Markttag. Einkaufen im Zentrum. Unter der alten Kastanie. An den Ständen: Käse, Wurst und Brot; Obst, Gemüse und Honig; Hähnchenbrust und Eier. Und ein Plausch, weil sich alle seit Jahren kennen. Und danach vertieften sich die Gespräche bei einem guten Schoppen Wein.

Das war früher. Corona und seine strengen Regeln für unseren Umgang miteinander haben dazu geführt, dass es den Weinstand nicht mehr geben soll. Karlheinz Brückner hat sich über social media verabschiedet. Damit verliert der Markt einen guten Teil seiner Seele. Seines Gemüts. Seiner Gemütlichkeit. Und der Dorfplatz verliert, mittwochnachmittags wirklich das Zentrum von Kahl zu sein. Nicht mehr – wie an allen anderen Tagen – eine Steinwüste, sondern pulsierendes Leben.

Das darf nicht sein. Die Gemeinde muss alles unternehmen, um diesen Moment des Beisammenseins zu retten. Sie muss unseren Weinstand mehr unterstützen! So weit es irgendwie geht! Platz ist doch genug. An Kreativität mag es gefehlt haben. Aber das dürfen wir nicht hinnehmen. „Wem ist die Kerb? – Unser!“ ist schon gescheitert. „Wem ist der Weinstand? – Unser!“ darf nicht auch noch aufgegeben werden. Die Gemeinde muss alles unternehmen, dieses Stück vom Markt zu retten. Denn sonst ist zu befürchten, dass auch der Rest des Marktes in kurzer Zeit untergeht. Das war es dann mit dem Markttag in Kahl.

Ein Vorschlag: Die Gemeinde leiht ca. zwanzig Stehtische und die dazugehörigen Barhocker und unterstützt auf diese Weise auch noch den regionalen Getränke-Einzelhandel. Die Tische und Barhocker werden auf dem Dorfplatz in entsprechendem Abstand aufgestellt. Wer sich am Weinstand treffen möchte, bringt sein Glas mit. Und pro Tisch werden nur komplette Flaschenweine verkauft, die jeder, sofern sie nicht ausgetrunken sind, mit nach Hause nehmen kann.

Anderenfalls wäre Mittwochnachmittags wieder Leere auf dem Dorfplatz. Ruhe. Ganz viel Ruhe. Das dürfen wir, die wir hier gerne und offen leben wollen, nicht hinnehmen. Unterstützen Sie diese Forderung hier oder anderswo im Netz. Das hat mal nichts mit Politik zu tun. Hier geht es um die Lust am Leben und die Unterstützung der Betreiber unseres Kahler Weinstands!

Thomas Jäger, Aktiv für Kahl – Die Aktiven