Kein Geld für die Erweiterung unserer Kindergärten

Welche Argumente sprechen jetzt noch für den Bau eines Kindergarens auf Grund und Boden der „Katholischen Kirche“?

In der jüngsten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses berichtete Bürgermeister Jürgen Seitz (Main-Echo am 24.04.), dass die Diözese Würzburg mitgeteilt hat, dass die Förderung der Erweiterung des Kindergartens Heide zurückgestellt und diejenige zur Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Sonnenschein abgelehnt werde.

Grund sei das Baumoratorium des Bistums. Er habe der Diözese seine Enttäuschung darüber mitgeteilt; die Kahler Kirchenverwaltung habe gegen beide Bescheide der Diözese Widerspruch eingelegt.

Kindergarten

Darüber hinaus berichtete er, dass auf Intervention der Regierung von Unterfranken der geplante Erweiterungsbau auf dem Gelände des Kindergartens Heide noch einmal umgeplant – wegen der innenliegenden Schlafräume – werden muss. Seitz wies darauf hin, dass der „alte Plan“ sowohl vom Landratsamt als auch von der Kindergartenaufsicht schon genehmigt gewesen sei.

Abgesehen von der Tatsache, dass Bürgermeister Jürgen Seitz irreführend nach wie vor von einem „Erweiterungsbau“ auf dem Gelände der Katholischen Kirchenstiftung im Ortsteil Heide spricht – längst steht fest: (Main-Echo vom 25.01.2019) »der Architekt plant einen eigenständigen Kindergarten« in der Heide! – bedeutet dies, dass man mit dem „Neubau“ höchstwahrscheinlich das komplette Genehmigungsverfahren nochmals durchlaufen muss und von der Diözese Würzburg wohl keinen finanziellen Zuschuss erwarten darf.

Bislang hatte die Diözese Würzburg, wenn die Vorhaben auf kirchlichem Grund standen, derlei Vorhaben mit 20% der Gesamtkosten bezuschusst. Ein Baubeginn noch in 2020 scheint nicht mehr möglich.

Im Haushaltsplan der Gemeinde steht für 2020 eine Investitionssumme in Höhe von 2.560.000 €, für 2021 nochmals 100.000 € für den „zweiten Heidekindergarten“. Nebenbei sei hier erwähnt, dass auch im Haushaltsplan – anhand der Hausnummer „Freigerichter Str. 15a“ – auf einen »eigenständigen Neubau« abgestellt wird.

Für die Generalsanierung und Erweiterung des ebenfalls auf kirchlichem Grund stehenden „Kindergartens Sonnenschein“ in der Auestraße, sieht der Haushaltsplan der Gemeinde für 2020 eine Investitionssumme in Höhe von 450.000 €, für 2021: 1.710.000 €, für 2022: 1.200.000 € vor.

Addiert man diese Beträge – die von der politischen Gemeinde Kahl a.Main – also vom Kahler Steuerzahler – für die beiden Kindergärten aufgewendet werden sollen, kommt man auf eine Gesamtsumme von 6.020.000 €.

Es ist an der Zeit, dass die politische Gemeinde aufhört, der Katholischen Kirche Millionenbeträge zuzuschieben.

Jetzt spätestens ist der »Neubau eines gemeindlichen Kindergartens in ausreichender Größe« auf gemeindlichem Grund und Boden zu planen und zu realisieren!

Hierfür werden sicherlich nicht die bereits im Haushalts- bzw. Finanzplan stehenden 6.000.000 Euro gebraucht.

Wir „Aktiv für Kahl“ werden mit dem Einzug in den Gemeinderat ab dem 05.05.2020 uns dafür einsetzen, dass eine transparente Diskussion zur Kindergarten- und somit zur Betreuungssituation der unter sechsjährigen im politischen Entscheidungsgremium Einzug hält. Die Angelegenheit muss unter den gegebenen Umständen fundiert aufgearbeitet und neu geprüft werden.

Um Missverständnissen zu begegnen möchten wir klar stellen, dass »Aktiv für Kahl« den Kindergarten Sonnenschein (Einweihung am 18.09.1993) sanieren möchte. Dies ist seit Jahren überfällig. Die Kosten hierfür liegen jedoch sicherlich im unteren 6-stelligen Bereich.

Und: Der ausreichend groß dimensionierte Neubau des Gemeindekindergartens erspart den monatlichen finanziellen Aufwand für die „Container“ in der Richard-Wagner-Straße in Höhe von derzeit ca. 18.000 €.

Für Aktiv für Kahl
Horst Breunig